Oktober 2019 , Erntezeit

Inzwischen ist es Herbst und ja, es hat immer wieder kräftig geregnet. Aus den Nachrichten und beim Blick in unsere Wälder, Gärten und Hecken wissen wir, dass der Regen der vergangenen Wochen keineswegs auch nur annähernd ausreichend war, um die in den letzen zwei Dürresommern abgesunkenen Grundwasserbestände wieder aufzufüllen. Ein Wetteransager meinte mal, dass es eigentlich ein halbes Jahr durchgehend regnen müsste, um das zu bewirken. Davon sind wir natürlich weit entfernt und trotz des Bewußtseins der Notwendigkeit würde sich vermutlich keiner von uns so richtig wohl fühlen bei einem derartigen Dauerregen.

Tatsächlich ist es sogar jetzt schon so, dass uns der Regen in der Erntezeit richtig zu schaffen macht. Etliche unserer wichtigsten Felder für Lagergemüse liegen in der Wesermarsch. Der schwerere Boden dort hat die besten Voraussetzungen, darauf wachsendem Gemüse eine lange Haltbarkeit zu geben. Allerdings wird dort entsprechend auch immer später geerntet als auf den leichten Sandböden, auf denen unsere Frühgemüse wachsen. Wenn es nun also so wie zur Zeit immer wieder kräftig regnet, reichen die trockenen aber kühlen Phasen dazwischen nicht aus, um den lehmigen Boden in diesen Bereichen für die Erntemaschinen befahrbar zu machen. Schlimmstenfalls passiert es dann manchmal ( wie vor 2 Jahren in dem nassen Herbst), dass z.B. die allerschönsten Möhren einfach überhaupt nicht geerntet werden können. Das ist schwer zu ertragen und doch sind wir in der Hinsicht dem Wetter völlig ausgeliefert.

Zur Zeit suchen wir z.B.verzweifelt nach einem Zeitfenster, in dem die Zwiebeln vom Feld geholt werden können, die mögen Nässe noch viel weniger.

Zum Glück sind die Kürbisse alle geerntet und schon zu einem großen Teil verkauft. Was für eine leuchtende Pracht, darin werden sie von nichts anderem übertroffen!

Bio Hokkaido

 Blumenkohl und Broccoli profitieren jetzt noch mal von der Witterung und bringen gute Erträge. Auch die anderen Kohlsorten, Chinakohl, Spitzkohl, Weißkohl und Rotkohl, werden nach und nach geerntet.

Und natürlich werden jetzt auch fortlaufend Kartoffeln geerntet, man kann sich denken, dass da nicht nur ein Team auf den Feldern aktiv ist, um all diese vielen Feldprodukte einzufahren.

Trotz aller Härten in der Anbausaison ist dies wieder die Zeit der großen Fülle. Mich (Doro) begeistert es jedes Jahr wieder, von meinem Büro aus zu beobachten, wie die Trecker mit Anhängern prall voll mit Kohl, Zwiebeln, Kartoffeln und Wurzelgemüse auf den Hof gefahren kommen. Wie freundlich ist doch unsere heimische Natur zu uns, dass sie uns diese reichen Ernten möglich macht!

Und es zeigt sich jedes Jahr, dass es zwar das geballte Wissen eines langen Gemüsebauerlebens wie das unseres Chefs braucht, um so viele unterschiedliche Sorten von Gemüse erfolgreich bis zur Ernte zu bringen, dass aber gerade diese Vielfalt auch verhindert, dass uns eine für manche Pflanzenarten ungünstige Witterung in kurzer Zeit ruinieren kann. Denn fühlt das eine Gemüse sich mit einem Wetter nicht wohl, so wird ein anderes gerade davon profitieren und den Gesamtertrag sichern. 

In diesem Sinne wünsche ich Euch/Ihnen und uns einen schönen Herbst mit reicher Ernte...

 

 

 

Saison 2019

 

Auch dieser Sommer hat keineswegs Entspannung gebracht, was den Wasserbedarf unserer heimischen Gefilde betrifft. Es hat in den letzten Wochen immer mal ein bisschen geregnet (von unwetterartigen Regengüssen wurden wir hier zum Glück verschont), aber beim aufmerksamen Blick in die Landschaft kann jeder sehen, wie bedrückend stark Bäume und Sträucher an den verschiedensten Standorten geschädigt und teilweise schon ganz abgestorben sind. Das heißt, unsere Grundwasserspeicher sind noch nicht annähernd hinreichend aufgefüllt und Wasser wird ein immer kostbareres Gut.

Auch hier auf dem Auehof musste in den vergangenen Monaten wieder durchgehend beregnet werden, um die vielen Gemüsearten groß zu bekommen. Nicht alle Kulturen kamen jedoch ganz ohne Schädigung durch die stärkste Hitze. Junge Kohlpflanzen und Wurzelgemüse waren während der ganz heißen Tage mit über 40° teilweise in sehr anfälligen Wachstumsstadien und ein paar Partien waren nicht zu retten. Ein quasi kochendes Erdreich ist für empfindliche zarte Würzelchen einfach keine angenehme Umgebung...

Dennoch werden wir euch auch in dieser Saison wieder vielfältig und reichhaltig mit gutem Gemüse aus dem Mittelweserraum beliefern können.

 

Gemüsezwiebeln Bio

Nach Frühkartoffeln (bei uns die Sorte Annabelle) und Möhren folgen die Gemüsezwiebeln (s.o.), die dieses Jahr besonders gut geraten sind  - jede Wetterlage begünstigt dann doch immer irgendeine unserer Kulturen :-))

Außerdem werden jetzt schon Broccoli, Blumenkohl, Chinakohl, Steckrüben, Rote Bete und Hokkaido geerntet. All das ist noch keine Lagerware, also auch die Wurzelgemüse sind für einen schnellen Verbrauch bestimmt. In jedem Fall lässt sich mit dem guten Auehofgemüse inzwischen schon abwechslungsreich kochen und bis zum November werden dann auch alle anderen Sorten dazu kommen.

 Frühgemüse Auehof

 

 

 

Unverändert, weil zeitlos schön: die besonders liebebedürftigen violetten Möhren  neigen dazu, sich inniglich zu umschlingen.

Hier ein Trio, das verschiedene Arten der Liebe zeigt:

 ( v.links nach rechts)

1.Typ "ich liebe dich so, ich laß dich nie wieder los"

2.Typ  "na komm mal her, Kumpel"

3.Typ  "pff, keiner mag mich, dann liebe ich mich eben selber"     ;-))

Krummes Gemüse