Mitten in der neuen Saison Ende Juli

Im Sommer vergeht die Zeit ja immer viel zu schnell. Im Gemüsebau geschieht dann vieles gleichzeitig und ich habe noch nicht erlebt, dass jemals genügend fleißige Hände für alle anfallenden Arbeiten da waren.

Jetzt, Ende Juli, haben wir schon viele frische Gemüse zu verkaufen. Da es zum Einlagern noch viel zu früh ist, muss immer alles, was bestellt wird, frisch gerodet oder von Hand geerntet werden: Frühkartoffeln Annabelle, Möhren, Brokkoli, Gemüsezwiebeln, Rote Bete, Chinakohl, Weißkohl und ein bißchen Spitzkohl. Bis auf die Möhren und Kartoffeln wird alles von Hand geerntet, wie man sich denken kann, eine zeitaufwendige Arbeit, auch wenn es Trecker für die vollen Kisten und ein Ernteband für die  Kohlsorten gibt.

Bio Gemüsezwiebeln

Die noch ganz grünen Gemüsezwiebeln kommen mit Laub in den Verkauf und müssen dafür von Hand geerntet und aufbereitet werden. Sie sind knackig und mild und schmecken großartig!

 

Zur Zeit kommt uns das Wetter sehr entgegen, da es nicht so heiß ist, kommt auch der Brokkoli ganz knackig vom Feld und ist sehr haltbar. In heißen Sommern kann das schon mal schwieriger sein, wenn es während der Ernte vormittags schon  auf 30° zugeht, leiden die Knospen und gehen schnell auf - das ist bei unseren Kunden immer sehr unbeliebt ;-)

Wenn das Gemüse gut wächst, wächst das Unkraut immer noch viel besser - so von ganz ganz weit oben gesehen, müssen wir wohl dankbar für eine vitale Pflanzenwelt sein, aber im Bestreben, viel und kräftiges Gemüse großzuziehen, kann man daran schon mal fast verzweifeln. Wie jedes Jahr sind Helfer aus Polen und Rumänien täglich im vollen Einsatz und versuchen dem Gemüse den nötigen Raum zum Wachsen zu verschaffen, eine Wettlauf mit der Zeit. Hier sind sie in einem Feld mit Rote Bete und wie man sieht, war die Melde schneller als die Rüben.

Jätgruppe auf Bioacker

Das Bild zeigt auch eindrucksvoll die Größe so eines Feldes und die Weite unserer schönen Landschaft. Im rechten Feld mit Gelbe Bete waren die Jäter schon - unübersehbar!

 

 

Gleichzeitig mit Ernte und Pflege der wachsenden Kulturen gehen auch Aussaat und Pflanzung noch über Wochen weiter.

Besonders Kohlsorten werden fortlaufend in Abständen gepflanzt, um über einen möglichst langen Zeitraum immer frisch ernten zu können. Das klappt nicht  immer so, wie man sich das denkt, denn wenn das Wetter mit Regen und Temperatur nicht so ist, wie die Pflanzen das mögen, kann es schon mal sein, dass z.B. die Brokkoli aus drei verschiedenen Pflanzungen alle gleichzeitig reif werden, weil die ersten einfach erst mal auf bessere Bedingungen gewartet haben und nicht weitergewachsen sind. Und vor der Schwemme gab es natürlich dann gar nichts zu verkaufen - oft ist es schwer, das den erwartungsvollen Käufern verständlich zu machen.

 

Im folgenden möchte ich noch anhand von ein paar Bildern zeigen, wie lebendig es am Rande eines biologisch bewirtschafteten Feldes zugeht und welcher Artenreichtum da entsteht. Hier ein voll blühender Rain mit Mohn, Kamille, Disteln, Bienenfreund ( weiter hinten, hier nicht zu erkennen), und vielen verschiedenen Gräsern und anderen Wildblumen.

Feldrain am Bioacker

Hier der regelmäßig von den Gemeinden flach gemähte Straßenrand: Fünffingerkraut, Vergißmeinnicht, Ackergauchheil (orange Blüte), wieder Kamille, Distel und Habichtskräuter - alles auf so einem kleinen Stück.

Bioacker Rain

Inzwischen sieht man viele schön blühende Feldränder, aber an dem Tag der obigen Bilder fand ich ein paar Meter weiter am konventionell bearbeiteten Nachbarfeld diese Randsituation vor:

...

Für ein erfreuliches Ende der heutigen Nachrichten noch zwei Bilder von der Rückseite unseres Feldes, das direkt an der Weser liegt: eine große Engelwurz und ein interessantes Insekt, das sie offenbar liebt.

Engelwurz am BioackerAngelika mit Insekt

 

Ihnen Allen wunderbare Sommertage und eine schöne Ferienzeit wünscht das sehr beschäftigte Team vom Auehof Reese

 

 

Der Auehof in Corona-Zeiten, Stand Ende März

Ja, natürlich, auch der Auehof ist von Corona betroffen.

Im Moment noch nicht so dramatisch wie viele Kollegen: die Gärtner, die jetzt unbedingt ihre Jungpflanzen verkaufen müssten, die Spargelbauern, die unbedingt anfangen müssten zu ernten und keine polnischen und rumänischen Helfer bekommen können, weil die Grenzen dicht sind, die Gemüseverarbeiter, die normalerweise Schulen, Mensen, Kindergärten und Kantinen beliefern und alle Anderen, deren Job und Einkommen auf die eine oder andere Weise von all diesen Prozessen abhängig ist.

Bei uns hat der Beginn der staatlich verordneten Regelungen in der ersten Woche zu nicht zu bewältigenden Anfragen nach unserem Gemüse geführt. Erstmals in der mir bekannten Firmengeschichte mussten wir Bestellungen massiv kürzen, weil die Zeit und die Kräfte unserer Kollegen einfach nicht reichten, um die quasi explodierte Nachfage zu befriedigen. Natürlich hat das auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit unserer Gemüse, unser Produktkalender muss immer wieder korrigiert werden. Wenn mehr gekauft wird, ist alles schneller alle - logisch. In dieser Woche ist offenbar alles ein wenig ruhiger geworden, die Bestellungen an uns sind auf ein ziemlich normales Maß zurückgegangen und wir können ein wenig durchatmen.

Tröstlich ist bei alledem, dass nun endlich der Anbau für die neue Ernte losgeht: die Felder sind abgetrocknet und können für Pflanzung und Aussaat vorbereitet werden.  Im Februar waren die Böden zu nass zum Befahren, obwohl wir natürlich froh sind, dass dann doch endlich viel Wasser vom Himmel kam und wenigstens zu einem großen Teil die Trockenheit des letzten Jahres ausgleichen konnte. Zur Zeit werden Gemüsezwiebeln gepflanzt, Frühkartoffeln gelegt und erste Möhren ausgesät.

Bio Zwiebelpflanzen

(Das sind Zwiebelpflänzchen kurz vor der Pflanzung, so bekommen wir sie vom Gärtner.
An den Spitzen tragen sie noch keck ihre Samenhülle ;-)   )

 

Zwiebelpflanzung Biohof

(Und so sitzen die Leute auf der Pflanzmaschine und legen die Pflänzchen in die Vorrichtung.
Einer geht hinterher, um die Fehler der Maschine auszubügeln und Lücken in den Reihen aufzufüllen.)

 

So ist jetzt ein Teil unseres Teams auf den Feldern mit dem Anbau beschäftigt, währen die  "Hallencrew" weiterhin Gemüse aus der Kühlung wäscht, schnippelt, sortiert und packt. Möhren, Zwiebeln, Pastinaken, Wurzelpetersilie, Rote Bete, Rettich und Steckrüben sind noch im Lager und vor allem noch ordentliche Mengen an Kartoffeln.

 

Bisher sind auf dem Auehof alle gesund und wir beten natürlich, dass das so bleibt!

Und natürlich wünschen wir das auch allen Anderen, auch wenn klar ist, dass der Wunsch für Viele vergeblich sein wird. Mögen die Abwehrkräfte aller Betroffenen stark genug sein, um sie heil durch die Zeit zu bringen! Das wünscht das Team vom Auehof Reese

 

Januar 2020, ein neues Jahr beginnt

Winter sollte jetzt eigentlich sein, Tage an denen es friert und schneit, an denen die Natur so richtig zur Ruhe kommt und durch die Kälte auch mal ein Übermaß an diversen Insekten und Pilzen reduziert wird, die es gern auf unsere Erzeugnisse abgesehen haben. Statt dessen blühen schon seit 2 Wochen die Haselnüsse, die im Pflanzenreich den Vorfrühling einläuten, Blattläuse und ihre Kollegen machen einfach weiter und haben es gar nicht nötig, sich zur Winterruhe zu verkriechen, und die Temperaturen rutschen nur ab und zu mal kurz in den Minusbereich, so ähnlich, wie jemand, der am Rand des Sees steht, kurz zum Testen den Zeh ins Wasser tippt und sich dann doch gegen das Eintauchen entscheidet.

Kann ja noch kommen, eine kalte Phase, aber häufige Temperaturen über 10 Grad im Januar sind aus unserer Sicht schon beunruhigend. Ein mehr an Winter als auf dem Foto will sich uns zur Zeit nicht zeigen:

Hier auf dem Hof wird jetzt vor allem das Gemüse aus der letzten Anbausaison aufbereitet und verkauft. Die Männer und Frauen in der Halle waschen und schnippeln und wiegen all die vielen Sorten von Wurzeln, Zwiebeln und Kohl und es gehen richtig große Mengen vom Auehof aus ins ganze Land.

Mich beeindruckt immer wieder die Leistungsfähigkeit meiner Kollegen, die irgendwie jede noch so überraschende und riesige Bestellung bis zum jeweiligen Abend abarbeiten und mir dabei immer noch mit fröhlichen Gesichtern und Humor begegnen. Es ist eine große Freude, mit solchen Menschen zusammen diese Arbeit zu tun, die so viele andere Menschen mit gutem und gesunden Gemüse versorgt.

 

Unsere großen Kühllager machen es möglich, dass wir heimisches Gemüse anbieten können, wenn die kleineren Biogärtner schon keines mehr haben, und deshalb ist unsere Hauptverkaufssaison die Zeit zwischen Weihnachten und Ostern.

Hokkaido und Butternut, Gemüsezwiebeln und Spitzkohl sowie Blumenkohl und Brokkoli sind unsere Feldfrüchte des Sommers und Herbstes, die sind schon längst abverkauft. Alle unsere anderen Gemüse lassen sich gut lagern und noch sind die eindrucksvollen Kühlhallen gut gefüllt.

Lager für Biogemüse

Im Büro läuft natürlich die Anbauplanung für die schnell herankommende Anbausaison auf Hochtouren. Das trügerisch frühlingshafte Wetter lässt diese Angelegenheiten noch viel dringlicher erscheinen ;-)). Es ist jedes Jahr eine große Herausforderung, die vielen Felder im Sinne einer guten Fruchtfolge zu bepflanzen, vor allem da wir wirklich viele  verschiedene Kulturen mit ihren sehr verschiedenen Bedürfnissen und auch noch sehr unterschiedliche Böden berücksichtigen müssen. So werden wir also in den kommenden Wochen vor allem die letzte Ernte ins Land verteilen, bis zusätzlich die Feldcrew wieder anrückt und die neue Runde einläutet.

Zum Abschluss noch ein Schmankerl für die Freunde der Rätselreihe " Was ist falsch an dieser Reihe?" :

   :-D

Lasst euch unser Gemüse schmecken! Euer Auehofteam

 

 

 

 

Oktober 2019 , Erntezeit

Inzwischen ist es Herbst und ja, es hat immer wieder kräftig geregnet. Aus den Nachrichten und beim Blick in unsere Wälder, Gärten und Hecken wissen wir, dass der Regen der vergangenen Wochen keineswegs auch nur annähernd ausreichend war, um die in den letzen zwei Dürresommern abgesunkenen Grundwasserbestände wieder aufzufüllen. Ein Wetteransager meinte mal, dass es eigentlich ein halbes Jahr durchgehend regnen müsste, um das zu bewirken. Davon sind wir natürlich weit entfernt und trotz des Bewußtseins der Notwendigkeit würde sich vermutlich keiner von uns so richtig wohl fühlen bei einem derartigen Dauerregen.

Tatsächlich ist es sogar jetzt schon so, dass uns der Regen in der Erntezeit richtig zu schaffen macht. Etliche unserer wichtigsten Felder für Lagergemüse liegen in der Wesermarsch. Der schwerere Boden dort hat die besten Voraussetzungen, darauf wachsendem Gemüse eine lange Haltbarkeit zu geben. Allerdings wird dort entsprechend auch immer später geerntet als auf den leichten Sandböden, auf denen unsere Frühgemüse wachsen. Wenn es nun also so wie zur Zeit immer wieder kräftig regnet, reichen die trockenen aber kühlen Phasen dazwischen nicht aus, um den lehmigen Boden in diesen Bereichen für die Erntemaschinen befahrbar zu machen. Schlimmstenfalls passiert es dann manchmal ( wie vor 2 Jahren in dem nassen Herbst), dass z.B. die allerschönsten Möhren einfach überhaupt nicht geerntet werden können. Das ist schwer zu ertragen und doch sind wir in der Hinsicht dem Wetter völlig ausgeliefert.

Zur Zeit suchen wir z.B.verzweifelt nach einem Zeitfenster, in dem die Zwiebeln vom Feld geholt werden können, die mögen Nässe noch viel weniger.

Zum Glück sind die Kürbisse alle geerntet und schon zu einem großen Teil verkauft. Was für eine leuchtende Pracht, darin werden sie von nichts anderem übertroffen!

Bio Hokkaido

 Blumenkohl und Broccoli profitieren jetzt noch mal von der Witterung und bringen gute Erträge. Auch die anderen Kohlsorten, Chinakohl, Spitzkohl, Weißkohl und Rotkohl, werden nach und nach geerntet.

Und natürlich werden jetzt auch fortlaufend Kartoffeln geerntet, man kann sich denken, dass da nicht nur ein Team auf den Feldern aktiv ist, um all diese vielen Feldprodukte einzufahren.

Trotz aller Härten in der Anbausaison ist dies wieder die Zeit der großen Fülle. Mich (Doro) begeistert es jedes Jahr wieder, von meinem Büro aus zu beobachten, wie die Trecker mit Anhängern prall voll mit Kohl, Zwiebeln, Kartoffeln und Wurzelgemüse auf den Hof gefahren kommen. Wie freundlich ist doch unsere heimische Natur zu uns, dass sie uns diese reichen Ernten möglich macht!

Und es zeigt sich jedes Jahr, dass es zwar das geballte Wissen eines langen Gemüsebauerlebens wie das unseres Chefs braucht, um so viele unterschiedliche Sorten von Gemüse erfolgreich bis zur Ernte zu bringen, dass aber gerade diese Vielfalt auch verhindert, dass uns eine für manche Pflanzenarten ungünstige Witterung in kurzer Zeit ruinieren kann. Denn fühlt das eine Gemüse sich mit einem Wetter nicht wohl, so wird ein anderes gerade davon profitieren und den Gesamtertrag sichern. 

In diesem Sinne wünsche ich Euch/Ihnen und uns einen schönen Herbst mit reicher Ernte...

 

 

 

Saison 2019

 

Auch dieser Sommer hat keineswegs Entspannung gebracht, was den Wasserbedarf unserer heimischen Gefilde betrifft. Es hat in den letzten Wochen immer mal ein bisschen geregnet (von unwetterartigen Regengüssen wurden wir hier zum Glück verschont), aber beim aufmerksamen Blick in die Landschaft kann jeder sehen, wie bedrückend stark Bäume und Sträucher an den verschiedensten Standorten geschädigt und teilweise schon ganz abgestorben sind. Das heißt, unsere Grundwasserspeicher sind noch nicht annähernd hinreichend aufgefüllt und Wasser wird ein immer kostbareres Gut.

Auch hier auf dem Auehof musste in den vergangenen Monaten wieder durchgehend beregnet werden, um die vielen Gemüsearten groß zu bekommen. Nicht alle Kulturen kamen jedoch ganz ohne Schädigung durch die stärkste Hitze. Junge Kohlpflanzen und Wurzelgemüse waren während der ganz heißen Tage mit über 40° teilweise in sehr anfälligen Wachstumsstadien und ein paar Partien waren nicht zu retten. Ein quasi kochendes Erdreich ist für empfindliche zarte Würzelchen einfach keine angenehme Umgebung...

Dennoch werden wir euch auch in dieser Saison wieder vielfältig und reichhaltig mit gutem Gemüse aus dem Mittelweserraum beliefern können.

 

Gemüsezwiebeln Bio

Nach Frühkartoffeln (bei uns die Sorte Annabelle) und Möhren folgen die Gemüsezwiebeln (s.o.), die dieses Jahr besonders gut geraten sind  - jede Wetterlage begünstigt dann doch immer irgendeine unserer Kulturen :-))

Außerdem werden jetzt schon Broccoli, Blumenkohl, Chinakohl, Steckrüben, Rote Bete und Hokkaido geerntet. All das ist noch keine Lagerware, also auch die Wurzelgemüse sind für einen schnellen Verbrauch bestimmt. In jedem Fall lässt sich mit dem guten Auehofgemüse inzwischen schon abwechslungsreich kochen und bis zum November werden dann auch alle anderen Sorten dazu kommen.

 Frühgemüse Auehof

 

 

 

Unverändert, weil zeitlos schön: die besonders liebebedürftigen violetten Möhren  neigen dazu, sich inniglich zu umschlingen.

Hier ein Trio, das verschiedene Arten der Liebe zeigt:

 ( v.links nach rechts)

1.Typ "ich liebe dich so, ich laß dich nie wieder los"

2.Typ  "na komm mal her, Kumpel"

3.Typ  "pff, keiner mag mich, dann liebe ich mich eben selber"     ;-))

Krummes Gemüse